Über Politische Professionalität

Zur politischen Professionalität einer Partei gehören ein geschlossenes Auftreten der Öffentlichkeit gegenüber und eine nachzuvollziehende programmatische Klarheit.

Beim Formulieren des politischen Credos sollten sich die Redner der AfD von zwei Persönlichkeiten der deutschen Geschichte leiten lassen:
Es ist die Erkenntnis des großen Otto von Bismarck, dass es in der politischen Auseinandersetzung “nicht darauf ankommt, was man sagt, sondern wie es verstanden wird.”

Der überzeugendste Redner der deutschen Nachkriegsgeschichte – Franz-Josef Strauß – stellt mit seiner Maxime fest: “Nicht sagen, was ankommt, sondern sagen, worauf es ankommt!”

Diese zwei Grundsätze rhetorischer Vorüberlegungen tragen der Tatsache Rechnung, dass das zeitgeistaffine Wechselwähler-Publikum im wesentlichen von emotionalen Stimmungsschwankungen beeinflußt wird. Rationale Argumentation kommt bei dieser Spezies von Wählern erst an zweiter Stelle oder spielt so gut wie keine Rolle.

Neben der linken Stammwählerschaft, die der SPD, der Partei “Die Linke” und der Partei “Die Grünen” verhaftet ist, gibt es das sogenannte bürgerliche Lager, dessen Wähler ursprünglich komplett mit CDU/CSU und FDP sympathisierten.

Vom Allensbach Institut wird immer wieder betont, dass aus dem bürgerlichen Lager ca. 30% eine Partei rechts der CDU/CSU befürworten – sprich AfD – so die CDU auf Merkels Geheiß weiter dabei ist, ihre politische Ausrichtung inhaltlich “sozialdemokratisiert” zu gestalten mit allen ihren schlimmen Konsequenzen der EURO- und Einwanderungspolitik.

Von diesen 30% sind ein erheblicher Teil hinsichtlich ihrer Orientierung stimmungsschwankend zeitgeistaffin.

Wenn nun Redeäußerungen von AfD-Politikern in Richtung der deutschen Vergangenheitsbewältigung zwischen 1933 und 1945 Auslegungsspielräume und Falschinterpretationen zulassen, dann ist es um das zeitgeistaffine Wechselwähler-Publikum geschehen, sie fallen zurück in ihren Gewohnheitstrott, wählen wieder CDU oder FDP, und die AfD wird stigmatisiert. Wird dieser “Wählermechanismus” nicht
berücksichtigt, dann fallen die Umfragewerte.

Jedoch ist es politstrategisch töricht, AfD-Rednern gegenüber deren zugegeben mißverständliche Redeäußerungen zum Anlaß eines Parteiausschlußverfahrens zu machen. Nichts schadet einer Partei mehr als parteiinterner Streit. Offensichtlich wird der aber dann vom Zaun gebrochen, um aus Karrieregründen unliebsame Mitbewerber loszuwerden. Die Konsequenzen sind weiter fallende Umfragewerte. Ja, es kann soweit kommen, dass Spaltungstendenzen Tür und Tor geöffnet werden.

Einer solch negativen Entwicklung gehört ein dicker Riegel vorgeschoben – sonst ist die patriotischkonservative Bewegung in Deutschland am Ende!

Heiner Hofsommer

Ein Gedanke zu „Über Politische Professionalität

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