Anschlag auf den BVB – cui bono?

Die Fakten

„Am Dienstag [11.4.2017, der Autor] waren drei Sprengsätze neben dem BVB-Bus explodiert. Fußballprofi Marc Bartra, der hinten rechts saß, sowie ein Polizist wurden teils schwer verletzt. Auf Bildern war zu erkennen, dass die hinterste Scheibe [die aus Panzerglas bestand, der Autor] auf der rechten Seite zersplittert war. …

Ein Ermittler der Besonderen Aufbauorganisation ‚Pott‘ des Bundeskriminalamtes sagte der Zeitung: ‚Wären die Splitterbomben nur eine knappe Sekunde früher gezündet worden, hätte der Bus eine regelrechte Breitseite bekommen. Es hätte dann bestimmt viele Schwerverletzte und möglicherweise auch Tote gegeben.‘“
(Quelle: ntv, 16.4.2017)

Am Tatort wurden drei gleichlautende Bekennerschreiben islamistischen Inhaltes gefunden. Ein zweites vermutlich linksextremen und ein drittes dem Vernehmen nach rechtsextremen Inhaltes sind danach „aufgetaucht“.

Cui bono – wem nützt es?

Nach wie vor sind Einzelheiten der Öffentlichkeit kaum bekannt. Aber wie so oft, so gibt die Frage, wem ein solcher Anschlag am meisten nutzen würde, aber Anhaltspunkte auf die Täter.

Glaubt man der veröffentlichten Meinung, so kommen diese Tätergruppen in Frage:

  1. Linksextreme
  2. Rechtsextreme
  3. Die Wettmafia
  4. „feindliche“ Fußball-„Fans“
  5. Islamisten

Ich werde versuche, die Interessenlage aller 5 Gruppen zu analysieren und zu bewerten, inwieweit dieser Anschlag ihr entsprechen würde. Darüber hinaus werde ich Einschätzung der „Umsetzungs-wahrscheinlichkeit“ geben.

Zu 1. und 2. Links- und Rechtsextremisten

Zielgruppen von Links- und Rechtsextremisten sind die verhassten Repräsentanten des herrschenden „Systems“ (z.B.Staatsorgane), der verhasste politisch-ideologische Feind auf der jeweils anderen Extremistenseite oder die erklärten Feinde wie Flüchtlinge oder Kapitalisten. Als Fußballgegner sind beide Gruppen eher selten aufgefallen. Wohl die letzten Reste von Sympathie würden sie verspielen, brächte man sie mit diesem Anschlag in Zusammenhang. Aus Sicht der Extremisten macht dieser Anschlag also keinen „Sinn“.
Anschläge aus beiden Lagern haben sich in der Vergangenheit nicht durch Verwendung besonders wirkungsvoller technischer Mittel ausgezeichnet. Eingesetzt wurde „low tech“ wie Brandsätze und Säurebomben.

Zu 3. Wettmafia

Sicherlich ist ein Szenario denkbar, dass Kriminellen hohe Gewinne einbringen würde, wenn – wie offensichtlich geplant – eine Bundesliga-Mannschaft komplett ausfallen würde. Aber wie sollte eine Wette dazu denn konkret aussehen? Und hier stehen auch möglicher Gewinn und Risiko auch aus krimineller Sicht in keinem „sinnvollen“ Verhältnis.
In der Vergangenheit hat es sich als lukrativ und verhältnismäßig ungefährlich erwiesen, einfach Schiedsrichter oder Funktionäre zu bestechen. Warum sollte nun das bewährte Geschäftsmodell geändert werden? Und wer sollte milieuuntypische Terroranschläge denn ausführen?

Zu 4. „feindliche“ Fußball-„Fans“

Meines Wissens gibt es keine historischen Präzedenzfälle von geplanten (!) Terroranschlägen gegen gegnerische Teams. Und welcher Verein hätte denn solch einen exorbitanten Vorteil von der (zeitweisen) Eliminierung eines Fußballvereins? Bayern München? – das einzuschätzen übersteigt meine bescheidenen Fußballkenntnisse. Typisch in der Hooligan-Scene sind doch eher spontane Aktionen mit vergleichsweise einfachen Waffen. Und was immer man auch von gewaltbereiten „Fans“ denken mag – ihren Sport lieben sie am Ende des Tages.

Zu 5. Islamisten

Erklärtes Ziel der Islamisten ist es, die Gewalt-Botschaft des Koran „Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Ungläubigen, wo ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf !“ (Koran, Sure 9,5) wortgetreu in die Tat umzusetzen. Das dies nicht nur ein theoretischer Ansatz, sondern gelebte Praxis.. Gewaltbereite Muslime gibt es zu Tausenden in Deutschland (der Verfassungsschutz beziffert die Anzahl registrierter Salafisten auf 10.000 [Quelle: rp-online, 31.3.2017]). Und „Fußball ist im Islam inakzeptabel“ (Quelle: political incorrect).
Dieses Attentat macht deshalb aus islamistischer Sicht Sinn: es trifft vor allem ungläubige Christen („Schweine“ laut Koran) und Aktivisten eines unerlaubten – weil unislamischen – Vergnügens.
Ganz ohne Zweifel verfügen Islamisten über das Potenzial, eine solch starke Bombe zu zünden.

Fazit:

Allein die Gruppe der Islamisten „profitiert“ von einem Anschlag dieser Art und besitzt zugleich die Mittel zu dessen Durchführung.

Bliebe noch zu prüfen, ob dieser Anschlag deswegen ausgeführt wurde, um ihn einer feindlichen Gruppe unterschieben zu können. Dieses Scenario ist denkbar, aber nur in dieser Konstellation: Rechtsextreme verüben einen Anschlag auf ein beliebtes Ziel (Fußballmannschaft) und lenken den Verdacht auf Islamisten. Wegen der oben genannten Gründe würde man aber den Islamisten in die Hände spielen und für sie deren Geschäft verrichten. Und versuchen wir doch einmal, uns in das Hirn (soweit vorhanden) eines Rechtsterroristen zu versetzen. Was wäre in dieser kranken Logik am wirkungsvollsten? Eigentlich ist die perfide Antwort ganz einfach: sprenge einen jüdischen Kindergarten in die Luft und schiebe es Muslimen in die Schuhe…

Bernd Reichert, 17.4.2017

Nachtrag 21.4.2017
Nun hat man die These aufgestellt, ein Russland-Deutscher hätte PUT-Optionen auf den BVB gekauft und hätte damit nach einem “geglückten” Anschlag Profit machen wollen (PUT’s steigen, wenn der Aktienkurs fäll). Passt immerhin gut – “Russland”, da steckt doch Putin dahinter!
Na hoffentlich kommt der Verdächtige nicht “aus Versehen” in der Untersuchungshaft um…
Ach und dann noch eine Petitesse: bei NTV heißt er “Deutsch-Russe”. Also mehr Russe als Deutscher. Gott sei Dank!

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