Das Märchen von Deutschlands Reichtum

Ja, natürlich sind wir im Vergleich zu den allermeisten Menschen auf der Erde reich. Aber sollen wir uns denn an den ökonomisch schwachen Staaten messen? Doch wohl nicht – wir müssen uns nach oben orientieren!

Als Maß für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes wird üblicherweise das sog. Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf und Jahr herangezogen.
Dieses betrug im Jahre 2004 für Deutschlands 32.708 $ und wir belegten damit damals Rang 16 in der Welt.
Im Jahre 2015 – also nur 11 Jahre später – erwirtschafteten wir 40.996 $ und sackten auf Rang 20 ab.
Die Schweiz erzielte 2004 49.367 $, was dem 1,5-fachen des damaligen deutschen BIP’s pro Kopf und Jahr entsprach. 2015 waren es 80.675 $ (was Rang 2 im Weltmaßstab bedeutet). Nun ist es bereits das 1,97-fache. In nur 11 Jahren hat die Schweiz uns um mehr als 30 % abgehängt. Das ist ein rasanter Verfall der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands und in der Nachkriegszeit ohne Beispiel.  (Quelle „Statista“)

Aber schauen wir weiter. „Spiegel Online“ stellt 2015 „stolz“ fest, dass die Reallöhne in Deutschland wieder über denen vom Jahr 2000 liegen (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/realloehne-in-deutschland-liegen-hoeher-als-im-jahr-2000-a-1019175.html).
Noch 2013 lagen sie sogar 0,7 % unter dem Reallohnniveau vom Jahre 2000 (https://www.boeckler.de/45221_46049.htm).
Mit anderen Worten: Seit über 15 Jahren gibt es in Deutschland keinen Reallohnzuwachs mehr, zeitweise war der Reallohn sogar gefallen.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  1. Der Euro hat Deutschland arm gemacht. Riesige Beträge sind vor allem nach Griechenland und die südeuropäischen Staaten geflossen.
    „… Deutschland muss knapp 22 Milliarden Euro in bar und 168 Milliarden an Garantien tragen. Umgerechnet hilft jeder Deutsche also mit 2.375 Euro“ rechnet „Focus Money“ allein für Griechenland vor; in Summe sind das also 190 Milliarden Euro. (http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-21764/schuldenkrise-wie-viel-muss-deutschland-zahlen_aid_611735.html)
    Die Euro-Südstaaten sind allein über die sog. Target-Salden bei der EZB mit gigantischen 814 Milliarden € in Deutschlands Schuld. Davon Italien mit 386 Milliarden € und Spanien mit 361 Milliarden €.
    Insgesamt hat Deutschland also 1 Billionen € durch den Euro verloren. Das entspricht etwa 12.500 € pro Kopf der Deutschen; vom Säugling bis zum Greis. Denn nur ein Narr wird annehmen, dass wir auch nur einen Cent davon je wieder sehen werden. Wovon sollte es denn auch kommen?
    Um diese gigantische Summe einmal plastisch darzustellen: alle Sozialausgaben Deutschlands pro Jahr betragen weniger als 900 Milliarden €!
  2. Jahrein, jahraus feiert sich Deutschland als „Exportweltmeister“, zumindest aber als „Exportvizeweltmeister“. Seit 2000 sind die Leistungsbilanzüberschüsse mehr oder weniger kontinuierlich von 0 auf nunmehr 266 Milliarden Euro in 2016 gestiegen. Das klingt zwar gut, man erwirtschaftet ja einen „Überschuss“. De facto heißt es aber nichts anderes, als das deutscher Wohlstand exportiert wird. Und zwar in Höhe von noch einmal 3.325 € pro Deutsch-Kopf. Für Waren und Dienstleistungen erhalten wir nämlich was? – Papier! Oder eigentlich noch weniger: Bits auf Magnetplatten. Was können wir damit anfangen? Nun das überlasse ich Ihrer Phantasie…
    Das andere Staaten nicht so dämlich sind wie wir Deutschen, zeigt eine beeindruckende Statistik:
    Das Privatvermögen der Deutschen betrug im Durchschnitt im Jahr 2013 51.400 €. Damit belegen die Deutschen den letzten Platz in Europa (https://www.welt.de/wirtschaft/article115143342/Deutsche-belegen-beim-Vermoegen-den-letzten-Platz.html).
    Und wer hat durchschnittlich mehr als fünfmal so viel? Zypern – das sich retten lies. Auch die Griechen haben mit dem doppelten Durchschnittsvermögen der Deutschen ihren Reibach gemacht.

Ich könnte noch endlos so weiter machen. Woher manche Polit-Clowns ihre Überzeugung nehmen, der Euro wäre vor allem für Deutschland gut – ich weiß es nicht…

Wir sind ja noch lange nicht am Ende der Saga vom Ausverkauf des deutschen Wohlstandes. Laut der „Zeit“ kosten uns die Wirtschaftsmigranten allein in 2016 und 2017 zusammen 50 Milliarden Euro (http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-02/fluechtlinge-haushalt-kosten-studie-iw). Nach einer Studie des Ifo-Institutes kostet uns jeder „Flüchtling“ 450.000 € (http://www.focus.de/finanzen/videos/ifo-chef-sinn-warnt-jeder-fluechtling-kostet-deutschland-450-000-euro_id_5327945.html).
Hat denn da irgendjemand mal nachgerechnet, was man mit diesen gigantischen Summen vor Ort Sinnvolles für die unter Krieg oder Hunger leidenden Menschen leisten könnte?
Laut Focus Online kostet jeder syrische „Flüchtling“ in Deutschland pro Jahr 11.800 € (http://www.focus.de/politik/ausland/unterbringung-und-betreuung-ein-syrischer-fluechtling-kostet-deutschland-11-800-euro-pro-jahr_id_6179774.html).

„Zeit Online“ hat vorgerechnet, was ein Flüchtling kostet, wenn er vor Ort im Flüchtlingslager versorgt wird (http://www.zeit.de/2016/41/fluechtlingshilfe-syrien-nachbarstaaten-kosten). Daraus kann man ungefähre Kosten von etwa 1.000 € im Jahr ableiten. Oder anders gesagt – mit derselben Summe kann man vor Ort mehr als zehnmal so vielen Menschen helfen, wie in Deutschland. Macht denn keiner diese Rechnung auf? Offenbar nicht. Es fühlt sich ja so viel besser an, wenn man junge Männer am Bahnhof mit Kuscheltieren bewerfen kann… Wozu dann noch an die Frauen und Kinder denken, denen man zuvor – 2014 – die Flüchtlingshilfe gekürzt hat und die Fluchtwelle mit ausgelöst hat… (http://www.sueddeutsche.de/politik/welternaehrungsprogramm-un-kuerzen-lebensmittelhilfen-fuer-syrische-fluechtlinge-drastisch-1.2172709)

Hier fallen mir nur noch starkdeutsche Ausdrücke zur Beschreibung der Merkel-Politik ein und die lasse ich mal besser weg!

Bernd Reichert, 5.4.2017

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